Eclectic Theatre
Englisches Amateurtheater in Dresden

The Sea

Edward Bonds The Sea ist eine Komödie mit dunklen nachdenklichen Zwischentönen, deren Uraufführung 1973 im Royal Court Theatre in London stattfand. Das Stück spielt 1907 in einem Dorf an der Ostküste Englands. Es portraitiert in diesem Mikrokosmos den Verfolgungswahn und die Brutalität, die unter der Oberfläche der scheinbar florierenden und geordneten Welt des imperialen Britanniens vor 1914 mit seinem Klassensystem und Fremdenhass liegen.

In einem gewaltigen Sturm ertrinkt ein Mann bei der Rückkehr in sein Heimatdorf am Meer. Sein Begleiter, ein Außenseiter der Gesellschaft, überlebt. Das Dorf ist eine abgelegene Gemeinde, die von Mrs. Rafi dominiert wird, einer energischen Dame der gehobenen Mittelschicht, die alle gnadenlos schikaniert. Der Außenseiter wird von Hatch, dem halbverrückten örtlichen Stoffhändler, als gefährlicher Außerirdischer betrachtet. Der Höhepunkt des Stücks, eine bizarre Begräbnisandacht auf dem Kliff, enthüllt schließlich die Hysterie und den Wahnsinn, die der Gemeinde innewohnen. Dennoch endet das Stück mit zurückhaltendem Optimismus, mit dem Appell, dass die Welt verändert werden muss - einer Botschaft, die heute noch genauso viel Aktualität wie vor über 30 Jahren hat.

Der 1937 im Norden Londons geborene Edward Bond ist wahrscheinlich der kreativste und visionärste Dramatiker, der in den Sechzigern aus der bekannten Autorengruppe am Royal Court Theatre, London, hervorging. Seine kompromisslose Sicht der Welt als ein Ort fundamentaler Gewalt, die hauptsächlich vom Establishment initiiert und aufrechterhalten wird, und seine Forderung nach der Darstellung dieser Gewalt auf der Bühne hat wiederholt zu Entrüstung in den letzten 40 Jahren geführt. Zwei seiner Stücke, Saved (1966) und Early Morning (1968) wurden vom Lord Chamberlain (königlicher Zensor von Theaterstücken in Großbritannien bis zur Abschaffung des Amtes 1968) verboten. Seine Hauptwerke sind u.a. Lear (1971), The Sea (1973), The Fool (1975), Bingo (1973), The Woman (1978) und The War Plays (1980er). Desweiteren verfasste er Drehbücher und Opernlibretti.

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Rezensionen

Dresdner Neueste Nachrichten, Pfingstausgabe (14. Mai), Seite 17

„Die Grenze zwischen Banalität und Horror, zwischen Pathos und Komik ist fließend… Jede Szene wirkt routiniert und stimmig. Die Rollen werden adäquat umgesetzt, alle Schauspieler sprechen laut und deutlich, so dass auch ein fremdsprachiges Stück gut zu verstehen ist. Die komischen Stellen gelingen besonders überzeugend.“

Dresdner, Augustausgabe 2005

„… Die erste Inszenierung (The Sea von Edward Bond) ging im Mai bereits mit vielseitiger Beachtung über die Bühne des Rudi. …“